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Fachinformation zu Balmox™:MEDA Pharma GmbH
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Zusammensetzung

Wirkstoff: Nabumetonum, das chemisch ein Naphthylalkanon ist.
Hilfsstoffe
Filmtabletten zu 1 g: Excip. pro compr. obducto.
Tabletten solubile zu 1 g: Arom: Vanillinum et alia; Saccharinum natricum; Excip. pro compresso.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Filmtabletten zu 1 g (Balmox 1 g).
Tabletten solubile zu 1 g (Balmox solubile 1 g).

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Balmox ist indiziert bei Krankheiten, die einer antientzündlichen und analgetischen Behandlung bedürfen, einschliesslich entzündlicher und degenerativer Formen von Rheumatismus (Polyarthritis, Arthrosen), extraartikulärem Rheumatismus und akuter, den Bewegungsapparat betreffender schmerzhafter Erkrankungen, inklusive Sportverletzungen.

Dosierung/Anwendung

Übliche Dosierung
Erwachsene und Kinder ab 14 Jahren
Es existiert eine interindividuelle Variabilität in Bezug auf die Wirkung nach Einnahme von Nabumeton. Die Behandlung wird normalerweise mit einer Tagesdosis von 1 g begonnen und, wenn nötig, entsprechend der klinischen Wirkung auf 2 g erhöht. Die Tagesdosis wird in einer Einzeldosis oder auf 2 Dosen verteilt eingenommen; während oder zwischen den Mahlzeiten (morgens und abends).
Unerwünschte Wirkungen werden durch die Verordnung der tiefsten noch wirksamen Dosierung und einer möglichst kurzen Verabreichungsdauer vermindert (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).
Spezielle Dosierungsanweisungen
Ältere Patienten
Wie bei vielen anderen Arzneimitteln liegen bei älteren Patienten die Blutspiegel höher, deshalb wird empfohlen, die Dosis im Falle einer ungenügenden Wirkung der 1 g Tagesdosis um 0,5 g zu steigern um, falls notwendig, auf die Maximaldosis von 2 g/Tag zu gelangen.
Kinder unter 14 Jahren
Zurzeit können für Kinder unter 14 Jahren keine Dosierungsempfehlungen angegeben werden.
Eingeschränkte Nierenfunktion
Wie bei allen nicht-steroidalen Entzündungshemmern (NSAR) müssen Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung während der Therapie regelmässiger überwacht werden als Patienten mit normaler Nierenfunktion. Eine Dosisanpassung aufgrund der Pharmakokinetik ist bei diesen Patienten normalerweise nicht nötig.
Korrekte Art der Einnahme
Die Filmtabletten sind unzerkaut zu schlucken, vorzugsweise mit Flüssigkeit. Die Tabletten solubile lässt man in etwas Wasser zerfallen, wartet ca. 2–3 Minuten, rührt um und erhält so eine trinkfertige Suspension.

Kontraindikationen

Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder einem der Hilfsstoffe gemäss Zusammensetzung.
Anamnese von Bronchospasmus, akuter Rhinitis, Nasenschleimhaut-Polypen, Urtikaria oder allergieähnlichen Symptomen nach Einnahme von Acetylsalicylsäure oder anderen nicht-steroidalen Antirheumatika.
Im letzten Drittel der Schwangerschaft und in der Stillzeit (siehe «Schwangerschaft/Stillzeit»).
Aktive Magen- und/oder Duodenalulcera oder gastrointestinale Blutungen.
Entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa.
Schwere Herzinsuffizienz (NYHA III–IV).
Schwere Leberfunktionsstörungen (Leberzirrhose und Aszites).
Schwere Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance <30 ml/min).
Behandlung postoperativer Schmerzen nach einer koronaren Bypass-Operation (resp. Einsatz einer Herz-Lungen-Maschine).

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Allgemeiner Warnhinweis für die Anwendung von systemischen nicht-steroidalen Antirheumatika
Gastrointestinale Ulzerationen, Blutungen oder Perforationen können während der Behandlung mit nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR), COX-2 selektiv oder nicht, jederzeit auch ohne Warnsymptome oder anamnestische Hinweise auftreten. Um dieses Risiko zu verringern, sollte die kleinste wirksame Dosis während der kürzest möglichen Therapiedauer verabreicht werden.
Für gewisse selektive COX-2-Hemmer wurde in Placebo-kontrollierten Studien ein erhöhtes Risiko für thrombotische kardio- und zerebrovaskuläre Komplikationen gezeigt. Es ist noch nicht bekannt, ob dieses Risiko direkt mit der COX-1/COX-2-Selektivität der einzelnen NSAR korreliert. Da für Nabumeton zur Zeit keine vergleichbaren klinischen Studiendaten unter maximaler Dosierung und Langzeittherapie vorliegen, kann ein ähnlich erhöhtes Risiko nicht ausgeschlossen werden. Bis zum Vorliegen von entsprechenden Daten sollte Nabumeton bei klinisch gesicherter koronarer Herzkrankheit, zerebrovaskulären Erkrankungen, peripherer arterieller Verschlusskrankheit oder bei Patienten mit erheblichen Risikofaktoren (z.B. Bluthochdruck, Hyperlipidämie, Diabetes mellitus, Rauchen) nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung eingesetzt werden. Auch wegen diesem Risiko sollte die kleinste wirksame Dosis während der kürzest möglichen Therapiedauer verabreicht werden.
Die renalen Effekte der NSAR umfassen Flüssigkeitsretention mit Ödemen und/oder arterieller Hypertonie. Bei Patienten mit beeinträchtigter Herzfunktion und anderen Zuständen, die zur Flüssigkeitsretention prädisponieren, sollte Nabumeton deshalb nur mit Vorsicht angewendet werden. Vorsicht ist ebenfalls geboten bei Patienten, die gleichzeitig Diuretika oder ACE-Hemmer einnehmen, sowie bei erhöhtem Risiko einer Hypovolämie.
Weitere Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen
Unerwünschte Nebenwirkungen werden durch die Verordnung der tiefsten noch wirksamen Dosierung und einer möglichst kurzen Verabreichungsdauer minimiert (s. nachfolgende Abschnitte «Gastrointestinale bzw. kardiovaskuläre Sicherheit von nicht-steroidalen Entzündungshemmern»).
Gastrointestinale Sicherheit von nicht-steroidalen Entzündungshemmern
Besondere Vorsicht ist geboten bei:
– Früheren gastrointestinalen Blutungen oder Perforation, die auf eine Behandlung mit nicht-steroidalen Entzündungshemmern zurückzuführen waren.
– Vergangenen wiederkehrenden Ulkuserkrankungen oder Blutungen im oberen Gastrointestinaltrakt (zwei oder mehrere Episoden von nachgewiesenen Ulzerationen oder Blutungen).
Die gleichzeitige Verwendung von Balmox und anderen nicht-steroidalen Entzündungshemmern, einschliesslich Cyclooxygenase-2-selektive Inhibitoren, sollte vermieden werden.
Ältere Patienten
Bei älteren Patienten treten bei Verabreichung von nicht-steroidalen Entzündungshemmern vermehrt unerwünschte Nebenwirkungen auf, vor allem gastrointestinale Blutungen und Perforationen können bei diesen Personen schwerwiegend sein.
Über gastrointestinale Blutungen, Ulzerationen oder Perforationen, die schwerwiegend sein können, wurde bei allen nicht-steroidalen Entzündungshemmern irgendwann während der Behandlung, mit oder ohne Warnsymptome oder vorausgegangene schwerwiegende gastrointestinale Ereignisse, berichtet. Im Vergleich zu anderen nicht-steroidalen Entzündungshemmern, traten bei Nabumeton Perforationen, Ulzerationen und Blutungen seltener auf.
Bei älteren Patienten und bei Patienten mit Ulcera in der Vorgeschichte – vor allem wenn sie erschwert waren durch Blutungen oder Perforation – steigt das Risiko gastrointestinaler Blutungen, Ulzerationen oder Perforationen mit zunehmender Dosis der nicht-steroidalen Entzündungshemmer. Diese Patienten sollten die Therapie mit der kleinsten verfügbaren Dosierung beginnen. Eine Kombinationstherapie mit schützenden Wirkstoffen (z.B. Misoprostol oder Protonenpumpenhemmer) sollte bei diesen Patienten in Betracht gezogen werden. Dies gilt ebenso bei gleichzeitiger Einnahme von niedrig dosierter Acetylsalicylsäure oder anderen Arzneimitteln, die das gastrointestinale Risiko erhöhen können (siehe «Interaktionen»).
Patienten mit gastrointestinalen Nebenwirkungen in der Vorgeschichte, v.a. wenn sie bereits etwas älter sind, sollten bei allen ungewöhnlichen Symptomen im Bauchbereich (v.a. gastrointestinale Blutungen) ihren Arzt bzw. ihre Ärztin informieren, insbesondere zu Beginn der Behandlung.
Beim Auftreten von gastrointestinalen Blutungen, sollte die Einnahme von Balmox sofort abgebrochen werden.
Nicht-steroidale Entzündungshemmer sollten Patienten mit gastrointestinalen Erkrankungen in der Vorgeschichte nur mit Vorsicht verabreicht werden, da sich ihr Zustand verschlimmern kann (siehe «Unerwünschte Wirkungen»).
Kardiovaskuläre Sicherheit von nicht-steroidalen Entzündungshemmern
Bei Patienten mit Hypertonie und/oder Herzinsuffizienz in der Vorgeschichte ist Vorsicht geboten, da im Zusammenhang mit der Therapie mit nicht-steroidalen Entzündungshemmern über Flüssigkeitsretention und Ödeme berichtet wurde.
Klinische Studien und epidemiologische Daten lassen vermuten, dass die Verabreichung einiger nicht-steroidaler Entzündungshemmer (v.a. in hoher Dosierung und bei Langzeitanwendung) mit einem leicht erhöhten Risiko von arteriellen Thrombosen (z.B. Herzinfarkt oder Apoplexie) assoziiert ist. Es liegen zu wenig Daten vor, um dieses Risiko für Nabumeton ausschliessen zu können.
Patienten mit unkontrollierter Hypertonie, kongestiver Herzinsuffizienz, bekannter ischämischer Herzerkrankung, peripheren arteriellen Erkrankungen und/oder zerebrovaskulären Erkrankungen sollten erst nach sorgfältiger Abwägung mit Nabumeton behandelt werden. Ähnliche Überlegungen sollten vor Beginn einer Langzeittherapie bei Patienten mit Risikofaktoren für kardiovaskuläre Erkrankungen (z.B. Hypertonie, Hyperlipidämie, Diabetes mellitus und Rauchen) gemacht werden.
Hautreaktionen und nicht-steroidale Entzündungshemmer
Über schwerwiegende Hautreaktionen, einige davon mit fatalem Ausgang, wie exfoliative Dermatitis, Stevens-Johnson-Syndrom und toxische epidermale Nekrolyse, wurde im Zusammenhang mit nicht-steroidalen Entzündungshemmern sehr selten berichtet (siehe «Unerwünschte Wirkungen»). Das Risiko solcher Reaktionen scheint zu Beginn der Therapie am grössten zu sein; die Reaktionen traten in der Mehrheit im ersten Monat der Therapie auf. Balmox sollte beim ersten Auftreten von Hautausschlag, Schleimhautläsionen oder jedem anderen Zeichen einer Überempfindlichkeit abgesetzt werden.
Wie bei anderen nicht-steroidalen entzündungshemmenden Arzneimitteln können Leberfunktionstests Abweichungen von der Norm ergeben. Patienten, die Symptome und/oder Anzeichen einer Leberfunktionsstörung aufweisen oder deren Leberfunktionstest eine Abweichung von der Norm ergeben hat, sind während der Therapie mit diesem Arzneimittel auf Anzeichen einer ernsthafteren Leberreaktion zu überwachen. Wird eine solche Reaktion festgestellt, ist Nabumeton abzusetzen.
Für niereninsuffiziente Patienten ist generell keine Korrektur der Nabumeton-Dosierung erforderlich. Allerdings sind wie bei allen nicht-steroidalen entzündungshemmenden Arzneimitteln Patienten mit beeinträchtigter Nierenfunktion sorgfältiger zu überwachen als Patienten mit normaler Nierenfunktion. Labortests sollten zu Beginn der Therapie und während der ersten Behandlungswochen durchgeführt werden. Weitere Tests sollten soweit als nötig vorgenommen werden. Wenn eine Verschlechterung des Krankheitszustands eintritt, soll die Therapie abgebrochen werden.
Im Zusammenhang mit nicht-steroidalen entzündungshemmenden Arzneimitteln, darunter Nabumeton, wurde verschwommenes und/oder vermindertes Sehen gemeldet. Patienten mit solchen Beschwerden sollten sich einer augenärztlichen Untersuchung unterziehen.
Aplastische Anämie und Pankreatitis sind bei einigen Patienten, die mit Nabumeton behandelt worden sind, beobachtet worden. Es gibt jedoch keinen gesicherten Beweis einer Kausalität zwischen dem Arzneimittel und diesen spezifischen Einzelfällen.

Interaktionen

In vitro-Studien haben gezeigt, dass der aktive Metabolit von Nabumeton aufgrund seiner Affinität mit Protein andere proteingebundene Arzneimittel von ihrer Bindungsstelle verdrängen kann.
Die begleitende Gabe eines aluminiumhaltigen Antazidums hat keinen signifikanten Einfluss auf die Bioverfügbarkeit des aktiven Nabumeton-Metaboliten. Die Einnahme zusammen mit Essen oder Milch bewirkt eine raschere Absorption; die Gesamtmenge des aktiven Nabumeton-Metaboliten im Plasma bleibt jedoch unverändert.
Nicht-steroidale Entzündungshemmer können die Plasmakonzentrationen von Lithium und Methotrexat erhöhen und die therapeutische Wirksamkeit von Diuretika und Antihypertensiva senken. Sie können eine Hyperkaliämie herbeiführen, wenn sie mit kaliumsparenden Diuretika angewendet werden. Der Lithiumspiegel sollte sorgfältig überwacht werden, falls Lithiumsalze verabreicht werden müssen.
Studien über Interaktionen zwischen Balmox und den oben erwähnten Arzneimitteln sind nicht durchgeführt worden; bei der gleichzeitigen Gabe ist deshalb Vorsicht geboten.
Kürzlich durchgeführte Studien zeigten keine Wirkung von Nabumeton auf die pharmakokinetischen Eigenschaften von totalem oder ungebundenem Phenytoin.
Nicht-Insulin-abhängige diabetische Patienten: Es sind keine klinisch signifikanten Wirkungen auf das mittlere pharmakodynamische Profil von Glyburide nach gleichzeitiger Anwendung mit Nabumeton beobachtet worden.
Antikoagulantien: Nicht-steroidale Entzündungshemmer können die Wirkung von Antikoagulantien verstärken, weshalb bei gleichzeitiger Verabreichung von nicht-steroidalen Entzündungshemmern und Antikoagulantien erhöhte Vorsicht und wiederholte Kontrollen empfohlen werden. Für Nabumeton konnte jedoch gezeigt werden, dass es die Pharmakokinetik von Warfarin nicht beeinflusst und dass seine Verabreichung die Prothrombinzeit (INR) bei Patienten unter Langzeittherapie mit Warfarin nicht verändert.
Ebenfalls unverändert bleiben die Prothrombinwerte bei Patienten unter gleichzeitiger Therapie mit Acenocoumarol.
Die gleichzeitige Anwendung von Balmox mit:
Diuretika könnte wie mit anderen nicht-steroidalen Entzündungshemmern eine Niereninsuffizienz herbeiführen;
Paracetamol und Aspirin beeinflusst die Bioverfügbarkeit des Hauptmetaboliten bei gesunden Freiwilligen nicht;
Cimetidin hatte keine Wirkung auf die Pharmakokinetik;
Kortikosteroiden erhöht das Risiko gastrointestinaler Ulcera oder Blutungen (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»);
Thrombozytenaggregationshemmern und selektiven Serotoninwiederaufnahmehemmern (SSRI) erhöht das Risiko gastrointestinaler Blutungen.

Schwangerschaft/Stillzeit

1. und 2. Trimenon
Reproduktionsstudien bei Tieren haben keine Risiken für die Föten gezeigt (Teratogenität), aber man verfügt über keine kontrollierten Studien bei schwangeren Frauen.
3. Trimenon
Prostaglandin-Synthese-Hemmer können unerwünschte Wirkungen auf das menschliche fötale Herz-Kreislauf-System haben (z.B. vorzeitiges Schliessen des Ductus arteriosus).
Wie andere Arzneimittel, die die Prostaglandin-Synthese hemmen, erhöhte sich die Inzidenz von Geburtsstörungen durch die Anwendung von Balmox. Der Geburtsvorgang bei trächtigen Tieren wurde verzögert, wenn es bis in die späte Trächtigkeit angewendet wurde.
Balmox sollte während der Schwangerschaft nicht angewendet werden.
Es ist nicht bekannt, ob Nabumeton oder seine Metaboliten in die Muttermilch ausgeschieden werden; daher sollte Balmox während der Stillzeit nicht angewendet werden.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Nach der Gabe von Balmox können Schwindelgefühle und andere Störungen des Zentralnervensystems auftreten. In diesem Fall darf der Patient weder Auto fahren noch Maschinen bedienen.

Unerwünschte Wirkungen

Die während einer Behandlung mit nicht-steroidalen Entzündungshemmern am häufigsten beobachteten Nebenwirkungen sind gastrointestinaler Natur. Peptische Ulcera, Perforationen oder gastrointestinale Blutungen, teilweise mit fatalem Ausgang, v.a. bei älteren Patienten, können auftreten (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»). Übelkeit, Erbrechen, Diarrhö, Flatulenz, Verstopfung, Dyspepsie, Bauchschmerzen, Melaena, Hämatemesis, ulzerative Stomatitis, Kolitis-Exazerbation und Morbus Crohn (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen») wurden nach der Verabreichung beobachtet. Weniger häufig wurde Gastritis beobachtet.
Auch über Ödeme, Hypertonie und Herzinsuffizienz wurde im Zusammenhang einer Behandlung mit nicht-steroidalen Entzündungshemmern berichtet. Ebenso können sehr selten blasenbildende Hauterkrankungen, einschliesslich dem Stevens-Johnson Syndrom oder der toxisch epidermalen Nekrolyse, auftreten.
Informationen über Nebenwirkungen zu Balmox wurden aus klinischen Studien, aus der formalen Überwachung (Post Marketing Surveillance) von über 30’000 Patienten im Anschluss an den Vertrieb und aus den Erfahrungen mit der weltweiten Vermarktung gewonnen.
Die nachfolgend aufgeführten Nebenwirkungen basieren auf doppelblinden und kontrollierten offenen Studien, in denen 1677 Patienten Nabumeton erhielten. 1524 Patienten wurden während mindestens einem Monat, 1327 während mindestens 3 Monaten, 929 während mindestens einem Jahr und 750 während mindestens 2 Jahren behandelt. Über 300 Patienten wurden 5 Jahre und länger behandelt.
Am häufigsten wurden Durchfall (14%), Dyspepsie (13%) und Magen-/Bauchschmerzen (12%) beobachtet.
Häufigkeiten: Sehr häufig (>1/10), häufig (>1/100, <1/10), gelegentlich (>1/1’000, <1/100), selten (>1/10’000, <1/1’000), sehr selten (<1/10’000).
Blut
Selten: Thrombozytopenie.
Endokrine Störungen
Selten: Gebärmutterblutungen.
Zentralnervensystem
Häufig: Kopfschmerzen, Schwindelgefühl, Erschöpfung, Schläfrigkeit und Schlaflosigkeit.
Gelegentlich: Angst, Depression.
Selten: Verwirrung.
Augen
Häufig: Sehstörungen.
Ohr
Häufig: Tinnitus.
Atmungsorgane
Gelegentlich: Atemnot.
Selten: Interstitielle Pneumonitis.
Gastrointestinale Störungen
Sehr häufig: Durchfall (14%), Dyspepsie (13%), Magen-/Bauchschmerzen (12%).
Häufig: Übelkeit, Blähungen, trockener Mund, Verstopfung und okkultes Blut im Stuhl.
Gelegentlich: Magengeschwür.
Selten: Gastrointestinale Blutung.
Leber und Galle
Selten: Hepatische Ereignisse einschliesslich erhöhter Leberwerte, Gelbsucht und Leberversagen.
Haut
Häufig: Ausschlag und Juckreiz.
Gelegentlich: Urticaria, Photosensibilität.
Selten: Erythema multiforme, Pseudoporphyrie, Haarausfall.
Sehr selten: Stevens Johnson Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse.
Niere
Selten: Nephrotisches Syndrom, Nierenversagen.
Systemisch
Häufig: Ödeme.
Gelegentlich: Angioödem.
Selten: Anaphylaxie, anaphylaktoide Reaktion.

Überdosierung

Es gibt kein spezifisches Gegenmittel. Als unterstützende Behandlung empfiehlt sich eine Magenspülung mit einer anschliessenden, auf mehrere Dosen verteilten oralen Gabe von max. 60 g aktivierter Holzkohle und angemessener Begleittherapie.
Nabumeton ist nicht dialysierbar.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: M01AX01
Nabumeton ist ein Prodrug ohne Säuregruppe. Sein wirksamer Hauptmetabolit (6-MNA) ist ein nicht-steroidaler Entzündungshemmer, der auch analgetisch und antipyretisch wirkt.
In einwöchigen Studien bei gesunden Freiwilligen mit multiplen Dosen (1 g zweimal täglich) beeinflusst Nabumeton die kollageninduzierte Plättchenaggregation oder die Blu­tungszeit wenig oder gar nicht.
In Studien konnte nachgewiesen werden, dass Nabumeton eine geringe oder keine inhibitorische Wirkung auf die Synthese der gastroprotektiven Prostaglandine ­(PGI2 und PGE2) hat, während sein aktiver Metabolit, 6-MNA, ein wirksamer Hemmer der Prostaglandin-Synthese ist, durch den die therapeutische Wirkung (von Nabumeton) wahrscheinlich verursacht wird.

Pharmakokinetik

Absorption
Nabumeton wird im Gastrointestinaltrakt gut resorbiert. Die Bioverfügbarkeit des Hauptmetaboliten wird durch gleichzeitig eingenommene Nahrung nicht beeinträchtigt.
Nach oraler Anwendung von 1 bis 2 g Nabumeton sind folgende durchschnittliche pharmakokinetische Parameter bei Steady state erhalten worden:
Junge Erwachsene

Parameter            Mittelwerte      Mittelwerte    
                     ± SD             ± SD           
                     1000 mg          2000 mg        
                     n= 31            n= 12          
tmax (Stunden)       3,0 (1,0–12,0)   2,5 (1,0–8,0)  
t½ (Stunden)         22,5 ± 3,7       26,2 ± 3,7     
CIss/F (ml/min)*     26,1 ± 17,3      21,0 ± 4,0     
Vdss/F (l)**         55,4 ± 26,4      53,4 ± 11,3    
 

Ältere Patienten

Parameter                     Mittelwerte ± SD       
                              1000 mg                
                              n= 27                  
tmax (Stunden)                4,0 (1,0–10,0)         
t½ (Stunden)                  29,8 ± 8,1             
CIss/F (ml/min)*              18,6 ± 13,4            
Vdss/F (l)**                  50,2 ± 25,3            

* Clearance bei Steady state.
** Verteilungsvolumen bei Steady state.
Distribution und Metabolismus
Nabumeton ist normalerweise im Plasma nicht nachweisbar und wird in hohem Masse metabolisiert.
Nach oraler Aufnahme wird Nabumeton durch eine rasche ausgedehnte oxidative Biotransformation in der Leber in den hauptsächlichen und wirksamen Metaboliten, die 6-Methoxy-2-Naphthylessigsäure (6-MNA), umgewandelt. Dieser Metabolit hemmt die Prostaglandinsynthese stärker als Nabumeton, und diese Hemmung könnte an der entzündungshemmenden Wirkung von Nabumeton beteiligt sein.
Ungefähr 35% einer oralen Dosis von 1 g Nabumeton werden in 6-MNA und 50% in unbekannte Metaboliten umgewandelt, die später im Urin ausgeschieden werden.
Die Empfehlung der einmal täglichen Einnahme wird durch die damit erreichten stabilen Plasmakonzentrationen des Metaboliten unterstützt. Die Plasmaproteinbindung von 6-MNA beträgt 99%. Der freie Teil hängt von der totalen Konzentration von 6-MNA ab und ist proportional zur Dosis über einen Bereich von 1 bis 2 g. Bei den nach Gabe von 1 g Nabumeton normalerweise erzielten Konzentrationen beträgt der Anteil 0,2 bis 0,3%, bei den nach täglicher Gabe von 2 g erzielten Gesamtkonzentrationen bei Steady state beträgt der Anteil 0,6 bis 0,8%.
Elimination
Die Metaboliten werden hauptsächlich im Urin (ca. 80% einer radiomarkierten Dosis von Nabumeton, oral angewendet, sind im Urin gefunden worden) und zum grössten Teil in der Form von Glucuronid- oder Sulfat-Konjugaten der Metaboliten ausgeschieden. (Ungefähr 35% einer oralen Dosis von 1 g Nabumeton werden in 6-MNA umgewandelt. In den ersten 48 Stunden nach einer oralen radiomarkierten Dosis wurden ca. 39% der Dosis als 6-MNA und bekannte Metaboliten im Urin ausgeschieden und ca. 34% wurden als nicht identifizierte kleine Metaboliten ausgeschieden.) Die Plasmahalbwertszeit von 6-MNA beträgt ca. 24 Stunden.
Kinetik spezieller Patientengruppen
Niereninsuffizienz
Bei Studien von Patienten mit Niereninsuffizienz war die durchschnittliche terminale Halbwertszeit von 6-MNA bei Patienten mit schweren Funktionsstörungen der Niere erhöht (Kreatinin-Clearance <30 ml/min/1,73 m²). Bei Hämodialysepatienten glichen die Plasmakonzentrationen des aktiven Metaboliten bei Steady State denen der gesunden Probanden. Aufgrund der starken Proteinbindung ist 6-MNA nicht dialysierbar.
Leberinsuffizienz
Für Patienten mit schwerer Leberinsuffizienz liegen nur begrenzt Daten vor. Die Biotransformation von Nabumeton in 6-MNA und die weitere Metabolisierung von 6-MNA in inaktive Metaboliten hängen von der Funktion der Leber ab und können bei Patienten mit schwerer Leberinsuffizienz reduziert sein (frühere oder durch Biopsie nachgewiesene Zirrhose).
Alter
Steady State Plasmakonzentrationen bei älteren Patienten sind allgemein höher als bei jungen gesunden Personen.

Präklinische Daten

Anhand der präklinischen Daten ergeben sich keine speziellen Risiken für Menschen, die nicht schon in den anderen Kapiteln dieser Fachinformation erwähnt werden. Diese Daten beruhen auf konventionellen Studien zur Sicherheitspharmakologie, Toxikologiestudien mit Mehrfachdosierung, sowie Studien zur Reproduktionstoxikologie, Genotoxikologie und Karzinogenität.

Sonstige Hinweise

Hinweise
Die Filmtabletten zu 1 g und die Tabletten solubile zu 1 g haben eine Bruchrille.
Haltbarkeit
Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «Verf./Pérem.» bezeichneten Datum verwendet werden.
Besondere Lagerungshinweise
Balmox ist bei Raumtemperatur (15–25 °C) aufzubewahren.
Arzneimittel für Kinder unerreichbar aufbewahren.

Zulassungsnummer

49713, 49714 (Swissmedic).

Packungen

Balmox Filmtabl 1 g 10. (B)
Balmox Filmtabl 1 g 30. (B)
Balmox Filmtabl 1 g 100. (B)
Balmox solubile Tabl 1 g 30. (B)
Balmox solubile Tabl 1 g 100. (B)

Zulassungsinhaberin

MEDA Pharma GmbH, 8602 Wangen-Brüttisellen.

Stand der Information

Oktober 2009.

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