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Fachinformation zu Asacol® Klysmen:Sanofi-Aventis (Suisse) SA
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Zusammensetzung

Wirkstoff: Mesalazinum (= 5-Aminosalizylsäure = 5-ASA).
Hilfsstoffe: Conserv.: Natrii benzoas (E 211); Antiox.: Kalii metabisulfas (E 224); Excipiens ad Suspensionem; Propellantia: Propanum, Isobutanum, Butanum.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Klysmen als verwendungsbereiter Rektalschaum zu 2 g und zu 4 g

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Zur Akutbehandlung und Rezidivprophylaxe der Colitis ulcerosa bei Befall des linksseitigen Kolons (4 g) bzw. des proktosigmoiden Bereichs (2 g).
Je nach Ausdehnung der Entzündung werden Klysmen 4 g resp. 2 g eingesetzt (volumenbedingte retrograde Verteilung).

Dosierung/Anwendung

Erwachsene: Im allgemeinen täglich 1 Klysma zu 2 g oder 4 g abends vor dem Schlafengehen anwenden.
Kinder: Die Dosis soll reduziert werden, z.B. täglich ein ½ Klysma von 2 g.
Gebrauchsanweisung
1.Klysma auf Körpertemperatur vorwärmen und gut schütteln.
2.Rektalkanüle aufsetzen.
3.Den Sicherheitsring entfernen, die Flasche mit dem Ventilkopf nach unten stellen und den Zeigefinger (locker, ohne Druck) auf dem Ventilkopf halten.
4.Zum einfachsten Einführen folgende Körperposition einnehmen: Seitenlage links, linkes Bein ausgestreckt, rechtes Bein leicht angewinkelt.
5.Der Rektalschaum kann auch im Stehen eingeführt werden, indem man ein Bein leicht anhebt.
6.Rektalkanüle in den Mastdarm einführen.
7.2-3 Mal mit dem Zeigefinger auf den Ventilkopf drücken und den Schaum aus dem Behälter in den Darm entleeren.
Möglichst keine Stuhlentleerung in den nächsten Stunden. Die besten Ergebnisse werden erzielt, wenn der Darm vor Anwendung des Asacol Klysmas entleert wird.
Die Behandlung eines akuten Schubes dauert etwa 4-6 Wochen. In milderen Fällen und bei Anwendung des Rektalschaums genügen oft 3-4 Wochen Therapie. Um einen Rückfall zu vermeiden, ist es notwendig, eine Langzeittherapie mit reduzierten Dosen mit Asacol Klysmen oder Filmtabletten durchzuführen. Bei schweren akuten Erkrankungen können Asacol Klysmen mit Asacol Filmtabletten kombiniert verabreicht werden.

Kontraindikationen

Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder einem der Hilfsstoffe gemäss Zusammensetzung.
Schwere Leber- und Nierenfunktionsstörungen;
Peptisches Ulkus;
Allergien gegen Salizylate;
Krankhaft erhöhte Blutungsneigung.
Bei Kindern unter 2 Jahren nicht anwenden.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Rezidive können sowohl nach Absetzen der Therapie als auch während der Erhaltungsbehandlung auftreten. Das Auftreten einer allergischen Reaktion verlangt die sofortige Einstellung der Therapie.
Patienten mit unerwünschten Reaktionen auf Sulfasalazin-haltige Präparate in der Vorgeschichte sind zu Beginn der Behandlung mit Mesalazin engmaschig zu überwachen. Wenn das Mesalazin akute Überempfindlichkeitsreaktionen wie zum Beispiel Magenkrämpfe, akute Bauchschmerzen, Fieber, starke Kopfschmerzen oder Exanthem hervorruft, muss die Behandlung sofort abgebrochen werden.
Bei Patienten, die mit Asacol behandelt wurden, sind Fälle von interstitieller Pneumopathie einschliesslich Lungenfibrose beobachtet worden (siehe «Unerwünschte Wirkungen»). Lungensymptome wie Husten und Dyspnoe können Anzeichen einer Lungentoxizität wie einer interstitiellen Pneumopathie sein. Bei einem entsprechenden Verdacht muss die Behandlung mit Asacol abgebrochen werden.
Bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion sollte Asacol nicht angewendet werden (siehe «Kontraindikationen»).
Wenn die Nierenfunktion sich unter der Behandlung verschlechtert, muss eine durch Mesalazin hervorgerufene renale Toxizität in Betracht gezogen werden. Bei langfristiger Anwendung muss die Nierenfunktion regelmässig überwacht werden.
Bei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion wird zu besonderer Vorsicht geraten.
Patienten mit Lungenerkrankungen wie zum Beispiel Asthma sind während der Behandlung mit Asacol engmaschig zu überwachen.

Interaktionen

Patienten, die gleichzeitig mit Mesalazin und Thiopurinen wie Azathioprin oder 6-Mercaptopurin behandelt werden, haben ein erhöhtes Risiko für Knochenmarksdepression/Leukopenie die mit den Thiopurinen im Zusammenhang steht. Es sollte ein Blutbild gemacht und eine Anpassung der Thiopurindosis erwogen werden.
Möglicherweise kann Mesalazin die Resorption von Digoxin vermindern.
Wie auch bei anderen Derivaten der Salicylsäure sind Interaktionen mit folgenden Substanzen nicht auszuschliessen:
·Vitamin-K-Antagonisten (Dicoumarol, Warfarin). Es liegen nur wenig Daten darüber vor, ob Mesalazin die gerinnungshemmende Wirkung beeinträchtigen könnte.
·Probenecid. Seine urikosurische Wirkung kann beeinträchtigt werden (durch kompetitive Elimination der Harnsäure in den Nierentubuli).
·Sulfonylharnstoffe (Antidiabetika). Ihre hypoglykämische Wirkung kann gesteigert werden.

Schwangerschaft/Stillzeit

Schwangerschaft
In der Schwangerschaft soll Asacol nur mit Vorsicht eingesetzt werden.
Reproduktionsstudien bei Tieren haben keine Risiken für die Föten gezeigt, aber man verfügt über keine kontrollierten Studien bei schwangeren Frauen.
Es stehen jedoch zwei kleine, unkontrollierte Studien über die orale Verabreichung von Asacol an schwangeren Frauen zur Verfügung, bei denen die Schwangerschaft zu Ende gebracht werden konnte und keine Anomalien am Fötus festgestellt wurden.
Bei oraler Verabreichung von Mesalazin oder Sulfasalazin (einer Vorstufe von Mesalazin) passieren sowohl Mesalazin als auch N-Acetyl-5-Aminosalicylsäure die Plazentaschranke. Allerdings sind die Mesalazin-Konzentrationen in der Nabelschnur und im Fruchtwasser sehr gering.
Ob Mesalazin die Plazentaschranke im Anschluss an eine rektale Applikation passiert, ist nicht bekannt.
Asacol darf während der Schwangerschaft nur angewendet werden,wenn der potenzielle Nutzen der Behandlung grösser ist als das eventuelle Risiko.
Stillzeit
Nach Verabreichung von Mesalazin oder Sulfasalazin wurden geringe Konzentrationen von Mesalazin bzw. höhere Konzentrationen seines acetylierten Metaboliten in der Muttermilch gemessen. Beim Säugling können Überempfindlichkeitsreaktionen wie Diarrhö nicht ausgeschlossen werden.
Deshalb soll das Präparat während der Stillzeit nur bei strenger Indikationsstellung verordnet werden.
Wenn der Säugling Durchfall bekommt, soll das Stillen beendet werden.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Es wurden keine diesbezüglichen Untersuchungen durchgeführt.

Unerwünschte Wirkungen

Die Häufigkeitsangaben werden wie folgt definiert: sehr häufig (≥1/10), häufig (≥1/100, <1/10); gelegentlich (≥1/1'000, <1/100); selten (≥1/10'000, <1/1'000); sehr selten (<1/10'000), unbekannt (Postmarketing).
Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
Über Fälle von Thrombozytopenie, Neutropenie und Leukopenie, aplastische Anämie mit Knochenmarkdepression, Agranulozytose oder Panzytopenie wurde in der neueren Literatur berichtet.
Erkrankungen des Immunsystems
Selten können dosisunabhängige Überempfindlichkeitsreaktionen, wie allergische Exantheme, Fieber, Lupus-erythematodes-Syndrom, Pancolitis, anaphylaktische Reaktion, Arzneimittelreaktion mit Eosinophilie und systemischen Symptomen (DRESS) und Bronchospasmen auftreten.
Erkrankungen des Nervensystems
Selten: Kopfschmerzen.
Häufigkeit nicht bekannt: Schwindel, periphere Neuropathie, Neuropathie.
Herzerkrankungen
Häufigkeit nicht bekannt: Überempfindlichkeitsreaktionen wie Perikarditis oder Myokarditis.
Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
Häufigkeit nicht bekannt: interstitielle Pneumopathie einschliesslich Lungenfibrose, Alveolitis.
Erkrankungen der Nieren und Harnwege
Selten: chronische und akute interstitielle Nephritis.
Häufigkeit nicht bekannt: Niereninsuffizienz.
Gastrointestinale Störungen
Selten: Nausea, Erbrechen und Bauchschmerzen sowie Pankreatitis.
Häufigkeit nicht bekannt: Diarrhö, Flatulenz.
Leber- und Gallenerkrankungen
Häufigkeit nicht bekannt: Cholestase, Hepatitis, cholestatische Hepatitis, erhöhte Transaminasen.
Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
Häufigkeit nicht bekannt: Pruritus, Urtikaria, Exanthem, Lichtempfindlichkeit, Alopezie, anale Irritation, Erythema multiforme, Stevens-Johnson-Syndrom.
Skelettmuskulatur- und systemische Erkrankungen
Häufigkeit nicht bekannt: Myalgie, Arthralgie.
Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse
Häufigkeit nicht bekannt: Oligospermie (reversibel).
Allgemeine Erkrankungen
Fieber und Erschöpfung.

Überdosierung

Bedingt durch die galenischen Eigenschaften von Asacol Klysmen und die substanzspezifischen pharmakokinetischen Eigenschaften von Mesalazin, stehen nur geringe Mengen des Wirkstoffes für eine systemische Wirkung zur Verfügung. Somit ist auch bei Einnahme sehr hoher Dosen nicht mit Intoxikationserscheinungen zu rechnen.
In seltenen Fällen ist von Überdosierung berichtet worden (beispielsweise im Rahmen eines Suizidversuchs mit hohen oralen Dosen Mesalazin); hier wurde keine Nieren- oder Lebertoxizität festgestellt.
Prinzipiell müssten ähnliche Symptome auftreten wie sie bei Salizylatvergiftungen bekannt sind: gemischte Azidose-Alkalose, Hyperventilation, Lungenödem, Dehydratation durch Schwitzen und Erbrechen, Hypoglykämie.
Ein spezifisches Antidot gibt es nicht. Gegebenenfalls ist eine symptomatische Behandlung einzuleiten.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: A07EC02
Wirkungsmechanismus und Pharmakodynamik
Asacol wirkt entzündungshemmend im akuten Schub chronisch-entzündlicher Dickdarmerkrankungen und verhindert Rezidive im anfallsfreien Intervall. Beim Erreichen einer genügend hohen Wirkstoffkonzentration im Dickdarm, hemmt Mesalazin (Wirkstoff von Asacol) die Biosynthese der Prostaglandine E2, des Thromboxans B2 und der Leukotriene. Diese Substanzen finden sich in hoher Konzentration in der Darmmukosa bei Patienten mit einer entzündlichen Dickdarmerkrankung (mittels Biopsie nachgewiesen).
Asacol Klysmen sind Verweileinläufe, die speziell zur lokalen Behandlung der Dickdarmschleimhaut, insbesondere bei Befall des rektosigmoiden Bereichs und des distalen Kolons geeignet sind.

Pharmakokinetik

Absorption
In Form von magensaftresistenten Filmtabletten eingenommen, wird Mesalazin (Asacol) bei oraler Verabreichung im terminalen Ileum und im Kolon freigesetzt; bei rektaler Verabreichung im distalen Kolon und im Rektum.
Es wird nur ein geringer Teil der aktiven Substanz resorbiert.
Oral verabreichtes Mesalazin, in Form von Filmtabletten (Asacol), wird zu ca. 20% (14% bis 31%) resorbiert und innert 24 Stunden im Urin ausgeschieden, der Rest bleibt für eine topische Wirkung verfügbar, um dann in den Fäzes ausgeschieden zu werden. Bei Applikation einer oralen Einzeldosis von 2400 mg (= 6 Asacol-Filmtabletten zu 400 mg) erreicht Mesalazin nach 6 Stunden einen Plasmapeak von 1,3 µg/ml. Sein Metabolit N-Acetyl-5-Aminosalicylsäure ist dann in einer Konzentration von 2,3 µg/ml vorhanden.
Im Falle einer rektalen Applikation von Mesalazin werden ca. 15% (zwischen 5% und 35%) der verabreichten Dosis resorbiert. Bei Patienten, die während 10 Tagen täglich 1 g Mesalazin pro recto erhielten, wurde für Mesalazin ein Steady-state-Blutspiegel von 0,29 µg/ml und für N-Acetyl-5-Aminosalicylsäure (Metabolit) ein Wert von 0,7 µg/ml gemessen.
Distribution
Die Verteilung von Mesalazin im menschlichen Körper ist nicht vollständig geklärt. Mesalazin wird beim Tier im Anschluss an eine orale Applikation oder i.v. und beim Menschen nach oraler Abgabe hauptsächlich im Urin ausgeschieden. Verabreicht man einem Erwachsenen rektal eine Mesalazin-Suspension, findet ein Übergang der Substanz vom Rectum in den Kolon statt. Mit Hilfe der Szintigraphie geführte Studien haben ergeben, dass Mesalazin Suppositorien im Rectum und teilweise im rektosigmoiden Bereich des distalen Kolons (20 cm vom Anus) verteilt werden. Das scheinbare Verteilungsvolumen (Vd) von Mesalazin beim Erwachsenen beträgt ungefähr 0,2 l/kg.
In vitro bindet sich Mesalazin zu 42% und sein acetylierter Metabolit zu 78% an Plasmaproteine.
Bei oraler Verabreichung von Mesalazin oder Sulfasalazin (einer Vorstufe von Mesalazin) passieren sowohl Mesalazin als auch N-Acetyl-5-Aminosalicylsäure die Plazentaschranke. Allerdings sind die Mesalazin-Konzentrationen in der Nabelschnur und im Fruchtwasser sehr gering. Ob Mesalazin die Plazentaschranke im Anschluss an eine rektale Applikation ebenfalls passiert, ist nicht bekannt.
Nach Verabreichung von Sulfasalazin wurden von Mesalazin geringe Konzentrationen und von seinem acetylierten Metaboliten höhere Konzentrationen in der Muttermilch gemessen.
Metabolismus
Die resorbierte Fraktion wird in der Darmschleimhaut und in der Leber rasch zu Acetyl-metamino-salicylsäure (N-Acetyl-5-Aminosalicylsäure) biotransformiert.
Elimination
Die Eliminationshalbwertszeit (t½) von Mesalazin und seinem Hauptmetaboliten N-Acetyl-5-Aminosalicylsäure beträgt - bei oraler oder rektaler Verabreichung - im Falle von Mesalazin 0,5-1,5 Std., im Falle seines Metaboliten 5-10 Std.
Im Anschluss an eine orale Applikation werden ca. 20% der verabreichten Dosis im Urin ausgeschieden, und zwar hauptsächlich in Form von N-Acetyl-5-Aminosalicylsäure.
Bei rektaler Verabreichung von Mesalazin werden der Wirkstoff selbst und sein Metabolit N-Acetyl-5-Aminosalicylsäure in erster Linie in den Fäzes ausgeschieden. Der resorbierte acetylierte Metabolit wird rasch von den Nieren eliminiert und im Urin ausgeschieden (90% in 24 Std.). Die nichtresorbierte Fraktion, welche den grössten Teil der aktiven Substanz ausmacht, wird im Stuhl ausgeschieden. Über die renale Clearance von Mesalazin liegen keine Daten vor. Bei oraler Verabreichung von Mesalazin an Patienten mit gutem Gesundheitszustand beträgt die scheinbare renale Clearance von N-Acetyl-5-Aminosalicylsaeure ca. 2,8 bis 4,3 ml/min. pro kg (Bandbreite: 1 bis 6,5 ml/min. pro kg). Die renale Clearance dieses Metaboliten kann im Falle von Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn herabgesetzt sein.

Präklinische Daten

Keine Angaben verfügbar.

Sonstige Hinweise

Besondere Lagerungshinweise
Bei Raumtemperatur (15-25 °C) aufbewahren. Vor Licht schützen.

Zulassungsnummer

51691 (Swissmedic).

Packungen

Asacol Klysmen Rektalschaum 2 g: 7, B
Asacol Klysmen Rektalschaum 4 g: 7, B

Zulassungsinhaberin

sanofi-aventis (suisse) ag, 1214 Vernier/GE.

Stand der Information

März 2018.

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